Privatsphäre: so nah an Zero-Knowledge, wie mobiles Datenvolumen nur sein kann
Das Kernversprechen ist simpel: Der Betreiber erhebt nichts. Keine Ausweisprüfung, keine E-Mail-Adresse, keine Verifizierungsstufen zum Erklimmen — die einzige Zugangsberechtigung ist ein Login nur per Token, eine zufällige Zeichenfolge, die zugleich als Benutzername und Passwort dient. Bezahlt wird mit Bitcoin oder Monero, und der eSIM-QR-Code trifft in etwa zwei Minuten ein. In einer Kategorie, in der selbst Privacy-orientierte Konkurrenten meist eine E-Mail-Adresse verlangen, ist das die konsequenteste Datenminimierung, die wir bewerten — und sie bringt 92 Punkte ein.
Der übliche Vorbehalt gilt für jeden eSIM-Reseller: Der Traffic läuft weiterhin über echte Mobilfunknetze, und auf Funkebene entstehen beim Netzbetreiber Metadaten — unabhängig davon, was der Reseller speichert. Das ist eine Eigenschaft von Mobilfunknetzen, kein spezifischer Makel dieses Dienstes. Käufer sollten No-KYC jedoch nicht mit Unsichtbarkeit verwechseln.
Verwahrung und Transparenz: Prepaid-Guthaben, dünne Aktenlage
Das Kontomodell ist ein per Krypto aufladbares Wallet-Guthaben: BTC oder XMR einzahlen und das Guthaben anschließend für Datenpakete ausgeben. Bequem für Stammkunden — aber eben auch ungesichertes Prepaid-Kapital. Verschwindet der Betreiber, verschwindet das Guthaben mit ihm; deshalb erreicht die Verwahrung nur mittelmäßige 6 Punkte. Behandeln Sie das Wallet wie eine Handy-Guthabenkarte, nicht wie ein Bankkonto. Auch das Token-Design ist zweischneidig: Ohne hinterlegte E-Mail gibt es keinen klassischen Wiederherstellungsweg, falls der Token verloren geht.
Die Transparenz ist für die Nische durchschnittlich. Wie bei den meisten No-KYC-Betreibern gibt es kein öffentliches Team und keine Firmenidentität — angesichts des Bedrohungsmodells vertretbar, aber es begrenzt die Rechenschaft. Die Preise sind immerhin klar lesbar: gestaffelte Länderpakete ab 0,40 $/GB in 190 Ländern, wobei der GB-Preis mit wachsender Paketgröße sinkt — und ein Katalog, der silent.link, die Referenz des Segments, um rund 30 % unterbietet.
Erfolgsbilanz und Betrieb
Operativ hält der Dienst, was er verspricht: nahezu sofortige Bereitstellung, ein funktionierendes Guthabensystem und ungewöhnlich breite Abdeckung — gut für eine 8. Was fehlt, ist Zeit. Die 5 bei der Erfolgsbilanz spiegelt einen Dienst wider, der noch keine Jahre störungsfreier Geschichte angesammelt hat wie etablierte Wettbewerber. Nichts hier deutet auf Böswilligkeit hin — nur darauf, dass Langlebigkeit erst noch verdient werden muss.
Das B (7.6/10) steht für erstklassige Privatsphäre und reibungslosen Betrieb, gebremst von einer unbewiesenen Erfolgsbilanz, einem verwahrten Prepaid-Guthaben und der für anonyme Betreiber typischen begrenzten Transparenz. Anhaltend zuverlässiger Betrieb würde der Note Luft nach oben verschaffen.
